Vereinsgeschichte

Die nachfolgenden Kurzchronik wurde der Vereinschronik "Auf grünem Rasen spielen wir..." entnommen, die 1999 anläßlich des 50-jährigen Bestehen des Vereins herausgeben wurde. Das Buch enthält die komplette Vereinschronik, farbige und sw-Bilder. Kostenlos erhältlich beii Hans Loscher (Tel. 09166/727).

Im Juni 1949 ...

Im Juni 1949 kamen ca. 5 Mann auf den Gedanken auch in Münchsteinach, wie in den umliegenden Ortschaften, einen Sportverein (Fußballclub) zu gründen. An Sportausrüstung war nichts vorhanden. Ein Fußball der stark geflickt und durchlöchert war mußte zu den einzelnen Spielen herhalten.

(Fußballmannschaft 1949)

Obersteinbach war am 3. Juli 1949 der erste Gegner der zu einem Freundschaftsspiel empfangen wurde. Mit 4:0 wurden die Gäste besiegt. Der erste Fußball wurde am 9. Juli in Dachsbach gekauft und durch das Zusammenlegen von 1 Mark-Scheinen von einzelnen Spielern bezahlt. Als Sportplatz diente zu Beginn die Wiese am Ortseingang bei Strack. Erst nachdem die Panzerdeckungslöcher auf dem Waldsportplatz bei Neuebersbach eingeebnet waren, konnte dort der Spielbetrieb stattfinden.

Am 16. Juli 1949 wurde in der vorläufigen Gründungsversammlung Hans Ott zum 1. Vorstand gewählt. Bereits zwei Monate später, am 13. September 1949 fand dann die maßgebende Gründungsversammlung im Gasthaus Flory statt. Von den 34 Anwesenden wurde Erich Kohl zum 1. Vorstand des Sportvereines „Steigerwald“ Münchsteinach gewählt, ein Amt, das er für 27 Jahre innehaben sollte! Georg Burggraf wurde zum 2. Vorstand gewählt, Kassier wurde Helmut Krones, außerdem waren in der Vorstandschaft noch Hans Ott, Hans Stöhr, Fritz Beck und Leonhard Pfänder. Das Gasthaus Flory wurde zum Vereinslokal bestimmt. Eine Haussammlung im August 1949 erbrachte einen Betrag von 131,-- DM, der für eine Fußball, eine Garnitur (grüne Trikots, weisse Hosen), zwei Paar Fußballschuhe und eine Torwarthose verwendet wurde. Das gestickte Vereinsabzeichen wurde erstmals am Kirchweihsonntag, dem 28. August 1949, auf dem neuen Dress getragen. Am 8. Januar 1950 fand die erste Generalversammlung des neugegründeten Vereins statt. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Verein bereits 91 Mitglieder, da im Dezember viele neue Mitglieder geworben werden konnten. An ostern 1950 wurde der verlängerte Sportplatz offiziell eingeweiht. Gegner war die Altliga des TSV Neustadt/Aisch, die mit 2 : 1 besiegt wurden. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde im Mai 1950 eine Vereinssatzung beschlossen.

 

Der Verein hatte damals schon so viele aktive Fußballer, so daß bereits eine 2. Mannschaft am Spielbetrieb im Fußballkreis „Gruppe Aisch“ teilnahm. Auch eine Jugendmannschaft war zu diesem Zeitpunkt vorhanden, sogar eine Damenhandballmannschaft und eine Tischtennisabteilung wurden damals gegründet.

Als Fußballneuling schaffte die Mannschaft auf Anhieb als Tabellenzweiter 1950 den Aufstieg in die B-Klasse, Torschützenkönig war Fritz Roth mit 18 Toren. Im Dezember 1951 trat der Sportverein Altershausen als Unterabteilung dem SVS bei.

Die Saison 1953/54 brachte für die Fußballer des SVS den größten fußballerischen Erfolg der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft klopfte an die Pforte der A-Klasse! Als Tabellenerster der Gruppe 2 mußte im Relegationsspiel gegen den Tabellenersten der Gruppe 1, den TSV Emskirchen, der B-Klassen-Meister ermittelt werden, der aufsteigen würde. Ohne das nötige Glück wurde das entscheidende Spiel am 8. Mai 1954 mit 3 : 1 verloren.

Mit nur 4 gewonnen Spielen und 9:39 Punkte war man am Ende der Saison 55/56 Tabellenschlußlicht und mußte nach fünf Jahren B-Klasse zurück in die tiefste Spielklasse. Der Abstieg war der Beginn einer schweren Vereinskrise. Die Saison 56/57 wurde noch zu Ende gespielt aber im Oktober 1957, nachdem sich in den ersten Spielen keine 11 Mann mehr fanden wurde die Mannschaft aus der Verbandsrunde abgemeldet. Auch in der nächsten Saison war bereits nach 2 Monaten im Oktober 1958 wieder Schluß und die Mannschaft mußte abgemeldet werden.

Schon in diesen frühen Jahren war ein Hallenbau ein Thema. Bei der Generalversammlung 1963 tat 1. Bürgermeister Georg Willner aber kund, daß ein Turnhallenbau zunächst finanziell nicht zu verwirklichen sei. Nachdem im Januar 1964 erstmals mit 29 Damen eine Gymnastikgruppe aktiv wurde, erklärte das Gemeindeoberhaupt, daß dieses Vorhaben wahrscheinlich nicht mehr zu umgehen sein wird.

25-Jahr Feier

Jodlkönig Franzl Lang und andere Attraktionen verhalfen zu einem erheblichen finanziellen Überschuß und wurde zum Grundstock für den neuen Sportplatzbau. Nach 27-jähriger ununterbrochener Tätigkeit als 1. Vorstand seit der Vereinsgründung legte Erich Kohl an der Generalversammlung 1977 sein Amt nieder, Nachfolger wurde Alois Winkler.

 

Sportlich mußte der SVS in diesem Jahr wieder einmal in die C-Klasse absteigen. Den direkten Wiederaufstieg schaffte die Mannschaft unter Trainer Georg Jordan, als man in der Saison 1977/78 erstmals als Meister in die B-Klasse aufstieg.

 

Die Fußballabteilung, die bisher auf Erste, Zweite und Jugendmannschaft beschränkt war, bekam im Jahr 1969 Nachwuchs, als die Alt-Herren-Mannschaft der Kugel nachjagte und dann 1971 noch eine Schülermannschaft das Spielfeld betrat.

 

Neben den Freizeitkickern auf dem Sportplatz gab es auch noch genügend andere Sportler in der Gemeinde, für der Verein die sportliche Basis bildete. So gründete sich im Jahr 1982 erstmals eine Tischtennismannschaft, die in der Schulbaracke, der heutigen Steinachstube, mit der Patsche dem kleinen weißen Ball zu Leibe rückte. Die ersten Jahren waren recht erfolglos aber man gab nicht auf und bald stellten sich auch hier die Erfolge ein.

 

Im März gehörten 300 Mitglieder dem Verein an. Außerdem wurde nach 1964, 1972 und 1975 wieder einmal eine Damengymnastikgruppe ins Leben gerufen.

Auszug aus dem Gedicht zur 25-Jahr-Feier

Auszug aus dem Gedicht zur 25-Jahr-Feier von 1. Vorstand Erich Kohl. Es gibt die Jahre 1969 - 1975 wieder.

 

Ja und dann machte für mich weiter
unser Georg Meyer - als Spielleiter.
Er packte mit Ernst den Posten an
und hat Beachtliches schon getan,
ich denk so - die nächsten 20 Jahr
ist er der richtige Mann fürwahr.
Auch gut war`s als mit Roch`s Gerhard,
der richtige Mann gefunden ward,
der die Finanzen tut gut verwalten
und unser Monne zusammenhalten,
denn davon kann man nie genug haben
will man nicht krank werden im Magen.

 

Vor 6 Jahren wurd` geschaffen ein größerer Platz.
Dieses war gut - und nicht für die Katz`
hierbei konnt` man die Idealisten sehen
die so lange nicht taten gehen
bis daß die Arbeit war geschehen
und auch die Barriere tat stehen.
Dann wurde unter Flutlicht trainiert,
bis war ein Malheur passiert.
Unglaublich - die Scheinwerfer wurden gestohlen
und soll der Teufel die Diebe holen,
wenn die einem Verein solches antun
gehören gelyncht sind nicht immun.

 

1970 erreichte zum ersten Mal
Karl Meller die 400-er Zahl.
Mir war man dann 72 hold,
denn für Verdienste erhielt ich Vereinsgold.
1973 gelang ein toller Sieg,
natürlich im Fußball - nicht im Krieg,
der Willi-Krug-Bezirks-Wanderpokal
wurde gewonnen - und steht bei uns im Saal.
Im gleichen Jahr mußten machen schon wieder
Platzarbeiten - die Vereinsmitglieder,
es war kaputt die Platzbarriere
wenn man da nicht Idealist doch wäre?

 

Im letzten Jahr aber ach
da gab es einen Riesenkrach,
wegen unseres Vereinslokals,
aber sportliche Vernunft siegte abermals.
Nun muß ich auch noch sagen eins,
unser Stahringer Karl-Heinz,
1974 die 500 überschritt
eins weiß ich – er macht noch lange mit.
Zum Schluß drehte Hansi Ring
noch ein ganz besonderes Ding,
mit 37 Toren im letzten Jahr
eine ganz tolle Leistung fürwahr,
macht er den Rekord unseres Fritz Roth
aus dem Jahre 52 tot.
Herzlichen Glückwunsch unserem Hans
wenn einer Fußball spielt - er kann`s.

 

Noch was muß ich euch jetzt sagen,
daß wir verständige Mitglieder haben,
hat die letzte Generalversammlung bewiesen
keiner ließ es sich verdrießen
einer Beitragserhöhung zuzustimmen
obwohl kleinlich man ist in diesen Dingen.
Doch unser nächstes großes Ziel,
wird Geld kosten uns gar viel.
Ein Sportplatz gebaut soll werden neu,
ich mich bereits heute schon freu,
über auch die kleinste Spende
und im voraus meinen Dank euch sende,
denn wer will – der kann gleich zu mir kommen
in unbeschränkter Höhe werden Beträge angenommen,
weil einen guten Zweck erfüllt dies Geld
denn sportliche Betätigung gesund erhält.

Steinachgrundhalle

1990 war auch deswegen bemerkenswert, da der Gemeinderat unter 1. Bürgermeister Hans Riedel den Beschluß zum Bau einer Mehrzweckhalle, der späteren Steinachgrundhalle, faßte. Nach der Grundsteinlegung im Juli 1991 wurde im Oktober Richtfest gefeiert und nach über 7.000 freiwilligen Arbeitsstunden vor allem der Mitglieder konnte am 5. September 1992 die Steinachgrundhalle eingeweiht werden. Zugleich wurden von der Gemeinde Münchsteinach und der Gemeinde Königshain-Wiederau die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet. Der SVS Münchsteinach beendete die Saison 1992/93 als Tabellenerster und stieg endlich nach 12 Jahren in der C-Klasse unter Trainer Karl-Heinz Stahringer wieder in die B-Klasse (Fußballkreis Frankenhöhe) auf. In der Alt-Herren-Mannschaft gelang im November auch unserem Hallen- und Platzwart Wilhelm Schmidt das seltene Kunststück von 1.000 Spielen für den SVS. An den Pfingstsporttagen 1994 wurde anläßlich des 25-jährigen Bestehens des AH-Mannschaft ein Spiel der Ur-AH gegen die neugegründete Damenmannschaft des SVS ausgetragen, die dann erstmals im September am Punktspielbetrieb teilnahmen. Unter Dr. Schenke wurde 1995 eine AH-Gymastikgruppe ins Leben gerufen.Wegen der zahlreichen Fußballmannschaften mußte neben dem alten Sportplatz ein zusätzlicher kleiner Trainingsplatz gebaut werden. Der neue B-Platz wurde Ende 1995 mit Rasen eingesät. Im Juli 1996 kam nach nur 2-jährigem Bestehen nach sportlichem Mißerfolg und Personalmangel bereits wieder das Aus für die Damenmannschaft. Die Anzahl der Vereinsmitglieder hielt jedoch rasant an und stieg von 460 (Stand 31.12.1989) auf 606 (Stand 31.12.1995).

PDF der Vereinschronik

1975_SVS_Chronik.pdf

Vereinschronik anlässlich des 25-jährigen Bestehens des SVS aus dem Jahre 1975

1.9 M

buch_1999.pdf

Vereinschronik anlässlich des 50-jährigen Bestehens des SVS aus dem Jahre 1999

65 M